Simbabwe: Angriff auf 263 Chat-Website ein eklatanter Versuch, die Medien mundtot zu machen.

Eine Polizeirazzia auf die Büros der Online-Nachrichtenseite 263 Chat, nachdem einer seiner Journalisten die Entfernung von Straßenhändlern in Harare gefilmt hat, ist ein eklatanter Angriff auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und Medienfreiheit, sagte Amnesty International heute.

Die Polizei feuerte Tränengas in die Nachrichtenredaktion, nachdem sie den Reporter Lovejoy Mtongwiza zu den Büros der Website verfolgt hatte. Der Journalist hatte Fotos und Videos von der Polizei gemacht, die Straßenverkäufer aus der simbabwischen Hauptstadt vertrieb.

„Der heutige Angriff auf die 263 Chat-Büros sollte Journalisten eine abschreckende Botschaft vermitteln und zeigt, wie weit die simbabwische Polizei bereit ist, die Medienfreiheit einzuschränken“, sagte Muleya Mwananyanda, stellvertretender Regionaldirektor von Amnesty International für das südliche Afrika. „Die Behörden müssen den Angriff auf die Medien beenden und eine gründliche und wirksame Untersuchung dieses Angriffs einleiten und sicherstellen, dass alle verdächtigen Täter identifiziert und vor Gericht gestellt werden.“

263 Chat ist eine Online-Nachrichtenseite, die über politische, wirtschaftliche und soziale Themen in Simbabwe berichtet.

Der Reporter Lovejoy Mtongwiza wurde im Stadtzentrum eingesetzt, um Fotos von einer Operation der Zimbabwe Republic Police (ZRP) und des Harare City Council zur Entfernung von Straßenhändlern zu machen. Als eine Gruppe von Polizisten Mtongwiza verfolgte, lief er in das Büro seines Arbeitgebers. Die Polizei folgte ihm und feuerte Tränengas in den 263 Chat Newsroom, wo 14 weitere Journalisten arbeiteten. Offiziere beschlagnahmten auch ein Handy von einem der Reporter.

7. April 2019