Afrika: Regionale Zusammenarbeit notwendig, um COVID-19 zu bekämpfen, da die Zahl der Fälle die Millionengrenze überschreitet

Da die bestätigten COVID-19-Fälle auf dem afrikanischen Kontinent eine Million erreichen, müssen die afrikanischen Staatschefs konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Test- und Behandlungskapazitäten zu verbessern und zu stärken, und die internationale Gemeinschaft sollte die Länder bei der Bekämpfung der Pandemie unterstützen, so Amnesty International heute.

Südafrika ist mit über 500.000 bestätigten Fällen das am schlimmsten betroffene Land.

„Die Zahl von einer Million ist für den afrikanischen Kontinent eine düstere Realität, die sowohl regionale und internationale Institutionen als auch führende Politiker zu dringendem Handeln anspornen muss. Transparenz, Tests, Behandlung und Maßnahmen zur Eindämmung müssen dringend verbessert werden“, sagte Deprose Muchena, die Direktorin von Amnesty International für das östliche und südliche Afrika, „die Zahl von einer Million Fällen ist eine düstere Realität für den afrikanischen Kontinent“.

„Wir sind besorgt, dass in einigen Ländern, darunter Südafrika (auf das über die Hälfte der bestätigten Fälle in Afrika entfällt) die Testergebnisse gefährlich lange brauchen, bis sie veröffentlicht werden. Die Testkapazitäten müssen erheblich verbessert und verstärkt werden, um sicherzustellen, dass Menschen, die möglicherweise an COVID-19 erkrankt sind, eine angemessene medizinische Versorgung erhalten und dass sie das Virus nicht unwissentlich weitergeben.

Nach Angaben der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention der Afrikanischen Union liegt die Gesamtzahl der bestätigten COVID-19-Fälle derzeit bei 1.007.366, 22.066 Todesfälle wurden registriert. Die Zahl der Genesenen liegt bei 690.436. Experten haben jedoch davor gewarnt, dass diese Zahlen aufgrund fehlender Testkapazitäten auf dem ganzen Kontinent erheblich unterschätzt werden könnten, da einige Länder nicht über ausreichende Ressourcen zur Durchführung von Tests verfügen. Andere Hindernisse wie die schlechte Infrastruktur, einschließlich der Straßen, sowie der die fehlende Zahl von Krankenhäusern und medizinischem Personal wurden als Hemmnisse im Kampf gegen COVID-19 genannt.

„Da die Zahl der Fälle stark zunimmt, ist es wichtig, dass die Länder im Rahmen der regionalen und internationalen Zusammenarbeit zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Einhaltung der Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Gesundheit, für alle Menschen in ganz Afrika gewährleistet ist. Diese Zusammenarbeit sollte eine größere Transparenz und Rechenschaftspflicht der Regierungen einschließen, um das wahre Ausmaß der Pandemie zu ermitteln und  angemessene Gegenmaßnahmen zu treffen und so das Blatt in dieser Krise zu wenden“, Samira Daoud, Direktorin von Amnesty International für West- und Zentralafrika.

„Es besteht auch Bedarf  an mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht in Bezug auf die Verwendung der finanziellen Ressourcen angesichts der Berichte über Korruption und Misswirtschaft bei der Verwendung der bereitgestellten Mittel zur Bekämpfung von COVID-19. Die Länder müssen zudem die Gesundheitssysteme stärken, da diese weiterhin auf die zunehmenden Fälle reagieren müssen“.

16. August 2020