Malawi: Wiederkehrende Tötungen und Entführungen von Menschen mit Albinismus zeigt eine gefährliche Entwicklung

Die wiederkehrenden Tötungen und Entführungen von Personen mit Albinismus in Malawi, mit der versuchten Entführung einer 12-Jährigen und der Tötung eines 26-Jährigen in der vergangenen Woche, zeigt eine gefährliche Entwicklung die Sicherheit dieser gefährdeten Gruppe betreffend, so Amnesty International und die Vereinigung von Personen mit Albinismus heute.
Ein 12-jähriges Mädchen mit Albinismus überlebte knapp die Entführung durch zwei unbekannte Angreifer, die am 3. Februar in ihr Haus im Machinga-Distrikt einbrachen. Gleichzeitig wird die Leiche von Saidi Dyton nach der Verhaftung von drei Verdächtigen, die seine Ermordung am 27. Januar gestanden haben, immer noch vermisst.
„Die jüngste versuchte Entführung eines 12-jährigen Mädchens und die vermisste Leiche von Saidi Dyton sind eine erschreckende Erinnerung daran, wie gefährlich das Leben für Menschen mit Albinismus in Malawi geworden ist“, sagte Muleya Mwananyanda, stellvertretende Direktorin von Amnesty International für das südliche Afrika.
„Menschen mit Albinismus sind in Malawi einfach nicht sicher, weder in ihren Häusern noch auf der Straße. Diese Angriffe werden durch eine Kultur der Straflosigkeit genährt, die sich von den Verbrechen in der Vergangenheit fortlaufend bis heute durchzieht. Die malawischen Behörden müssen schnell handeln, um die mutmaßlichen Täter dieser jüngsten Verbrechen in fairen Prozessen vor Gericht zu stellen.“
Allein in den vergangenen vier Monaten wurden sieben Angriffe gegen Menschen mit Albinismus im Land registriert, die von Tötungen, Grabschändungen, versuchten Entführungen bis hin zu körperlicher Gewalt reichen. Amnesty International hat immer wieder eine gründliche und transparente Untersuchung dieser Verbrechen und die Rechenschaftspflicht für die Morde an Menschen mit Albinismus gefordert. Die Fälle von Angriffen auf diese gefährdete Gruppe bleiben weitgehend ungeklärt.
Die Zahl der gemeldeten Verbrechen gegen Menschen mit Albinismus in Malawi wird auf etwa 170 Fälle geschätzt, darunter mehr als 20 Morde seit November 2014.
„Die Regierung von Malawi ist nach den nationalen und internationalen Normen zum Schutz der Menschenrechte verpflichtet, Menschen mit Albinismus zu schützen und den Opfern der Angriffe und Morde Gerechtigkeit widerfahren zu lassen“, sagte Menard Zacharia, Geschäftsführer der Vereinigung von Menschen mit Albinismus.
„Die Behörden müssen ihre Ermittlungen intensivieren, um alle offenen Fälle abzuschließen, einschließlich der Festnahme des vierten Verdächtigen im Fall Saidi und dem Auffinden seiner Leiche.“

7. Februar 2021