Malawi: Menschen mit Albinismus brauchen dringend Schutz nach grausamer Ermordung

Nach der Bestätigung der Ermordung von Ian Muhamba, einem 20-jährigen Mann mit Albinismus, sagte der Direktor von Amnesty International für das östliche und südliche Afrika, Deprose Muchena:

„Dieser brutale Mord ist die jüngste Erinnerung daran, dass Malawi für Menschen mit Albinismus ein gefährlicher Ort bleibt. Die malawische Regierung muss diese gefährdete Gruppe vor Mord, Entführung und Verfolgung schützen, da die Täter nur selten zur Rechenschaft gezogen werden.

„Die malawischen Behörden müssen unverzüglich eine unabhängige und unparteiische Untersuchung der Ermordung von Ian Muhamba einleiten und sicherstellen, dass die Verantwortlichen in fairen Verfahren vor Gericht gestellt werden. Die Behörden müssen außerdem dringend Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit von Menschen mit Albinismus in Malawi zu gewährleisten, unter anderem durch die Untersuchung aller früheren Angriffe und die Schaffung von Gerechtigkeit für die Opfer und ihre Familien.“

Hintergrund

Ian Muhamba verschwand am 23. Juli während eines Besuchs in Blantyre, der zweitgrößten Stadt Malawis, aus Mulanje. Er wurde bei der Polizeistation Limbe in Blantyre als vermisst gemeldet. Am 14. August meldete die Gemeinde eine tote Person, die von der Polizei in Kachere mit fehlenden Körperteilen begraben wurde. Die Leiche wurde später von der Polizei exhumiert und von den Angehörigen am 15. August eindeutig als die von Ian identifiziert, bevor sie am 16. August wieder bestattet wurde.

Am 12. August kam eine Gruppe regionaler Albinismus-Verbände zusammen, um eine Resolution zu erarbeiten und zu verabschieden, in der die Staats- und Regierungschefs der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika aufgefordert werden, die Sicherheit von Menschen mit Albinismus zu gewährleisten.

23. August 2021