Eswatini: Anti-LGBTI-Äußerungen des Bildungsministers könnten Diskriminierung an Schulen schüren

Medienberichten zufolge soll der Minister für Bildung und Ausbildung von Eswatini, Owen Nxumalo, bei Schulbesuchen in der Region Hhohho in der Nähe von Mbabane gesagt haben, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen in Schulen „keinen Platz“ hätten und LGBTI-Schüler*innen von der Schule verwiesen werden sollten. Darauf reagierte Flavia Mwangovya, stellvertretende Regionaldirektorin von Amnesty International für Ost- und Südafrika:

„Die Behörden von Eswatini müssen diskriminierende Äußerungen öffentlich zurückweisen und dringend bekräftigen, dass jeder Schüler das Recht auf Bildung in einer sicheren, inklusiven Umgebung hat. Schulen müssen Orte des Lernens und des Schutzes sein, keine Orte, an denen Kinder wegen ihrer Identität oder der Wahrnehmung ihrer Identität mit Ausschluss bedroht werden. Wenn wichtige Beamte so etwas sagen, kann das dazu führen, dass Menschen, die schon benachteiligt sind, noch mehr gemobbt oder sogar angegriffen werden.  Die Behörden in Eswatini müssen klarstellen, dass Diskriminierung im Bildungswesen keinen Platz hat, und Schutzmaßnahmen ergreifen, um Belästigungen zu verhindern und die Würde und das Wohlergehen aller Schüler*innen zu schützen.“

Amnesty International fordert das Ministerium für Bildung und Ausbildung auf, zu garantieren, dass kein Schüler von der Schule ausgeschlossen oder anderweitig bestraft wird. Die Behörden müssen einen klaren Schutz vor Mobbing und Gewalt, vertrauliche Meldemechanismen und opferorientierte Reaktionen auf Beschwerden über Einschüchterung, Belästigung und Missbrauch gewährleisten.

Hintergrund

Am 27. Januar 2026 äußerte sich der Minister für Bildung und Ausbildung von Eswatini, Owen Nxumalo, während Schulbesuchen diskriminierend über gleichgeschlechtliche Beziehungen in Schulen. Medienberichten zufolge sagte der Minister, dass es in Schulen „keinen Platz“ für gleichgeschlechtliche Beziehungen gebe und dass LGBTI-Schüler*innen von der Schule verwiesen werden sollten.
Die Untersuchungen von Amnesty International haben die Auswirkungen des Mangels an spezifischen gesetzlichen Schutzmaßnahmen gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität in Eswatini aufgezeigt. Sie hat dokumentiert, dass einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Männern nach § 185(5) des Strafprozess- und Beweisrechts weiterhin unter Strafe stehen, obwohl das Gesetz in der Praxis weitgehend als überholt gilt. Die gleiche Untersuchung hebt die weit verbreitete Angst und Diskriminierung, den schwachen Schutz und die mangelnden Möglichkeiten zur Rechenschaftspflicht bei der Meldung von Missbrauch sowie die Hindernisse beim Zugang zu Dienstleistungen hervor.

5. Februar 2026