Madagaskar: Sofortige Beendigung der Unterdrückung von Aktivisten der Generation Z und Schutz des Rechts auf Protest

Als Reaktion auf die sich verschärfende Unterdrückungskampagne gegen Aktivisten der Generation Z und Mitglieder der Zivilgesellschaft durch die madagassischen Militärbehörden, die nach einem Staatsstreich im Oktober 2025 die Macht übernommen hatten, erklärte Tigere Chagutah, Regionaldirektor von Amnesty International für Ost- und Südafrika:

„Die madagassischen Behörden nutzen bewusst vage Vorwürfe wie kriminelle Verschwörung, Gefährdung der nationalen Sicherheit und Destabilisierung des Staates, um Aktivisten der Generation Z und Mitglieder der Zivilgesellschaft zum Schweigen zu bringen. Niemand sollte willkürlichen Festnahmen, Inhaftierungen oder dem Verschwindenlassen ausgesetzt sein, nur weil er seine Bedenken über die Führung seines Landes äußert.

„Diese autoritären Praktiken stellen eindeutige Verletzungen des Rechts auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungsfreiheit und das Recht auf friedliche Versammlung dar. Sie zielen darauf ab, ein Klima der Angst zu schüren und gleichzeitig der Rechenschaftspflicht für die Politik der Regierung, für Ernennungen und die Verwaltung öffentlicher Mittel zu entgehen.

„Die Behörden in Madagaskar müssen willkürliche Festnahmen unverzüglich einstellen, das Schicksal und den Verbleib aller gewaltsam verschwundenen Personen offenlegen und alle Personen, die allein wegen der Ausübung ihrer Rechte inhaftiert wurden, bedingungslos freilassen. Sie müssen zudem das Versammlungsrecht bei den für den 18. April geplanten Protesten achten, schützen und ermöglichen.“

Hintergrund

Die Militärbehörden Madagaskars übernahmen im Oktober 2025 die Macht, nachdem es im Jahr 2025 zu von Jugendlichen angeführten Protesten gekommen war, bei denen eine bessere Versorgung, insbesondere mit Wasser und Strom, sowie eine effektivere und inklusivere Regierungsführung gefordert wurden.

Die neuen Machthaber versprachen Reformen, haben jedoch stattdessen unter dem Vorwand einer Null-Toleranz-Kampagne gegen Korruption die Repression verschärft und weit gefasste Anklagen wegen krimineller Verschwörung, Gefährdung der nationalen Sicherheit und Destabilisierung genutzt, um Aktivisten der Generation Z, Mitglieder der Zivilgesellschaft und Personen mit Verbindungen zum früheren Regime ins Visier zu nehmen und zum Schweigen zu bringen.

20. April 2026