Sambia: Behörden müssen tödliche Schüsse auf ehemaligen Minister untersuchen und Repressionen nach den Wahlen beenden

Als Reaktion auf die Berichte über die tödlichen Schüsse auf das Oppositionsmitglied und den ehemaligen Kabinettsminister Mutotwe Kafwaya während eines Sicherheitseinsatzes in Kabulonga, Lusaka, am 14. August sowie die Festnahme von mindestens drei weiteren Oppositionsmitgliedern erklärte Tigere Chagutah, Regionaldirektor von Amnesty International für Ost- und Südafrika:

„Die Berichte über die Tötung von Mutotwe Kafwaya sind äußerst besorgniserregend. Auch wenn die genauen Umstände der Schüsse bislang unklar sind, folgt sein Tod auf Meldungen über willkürliche Festnahmen und Inhaftierungen von Oppositionsmitgliedern während der Wahlperiode.

Die sambischen Behörden müssen den Tod von Mutotwe Kafwaya unverzüglich, gründlich, unabhängig, unparteiisch, transparent und wirksam untersuchen. Die Ermittlungen müssen die Umstände seines Todes aufklären. Liegen Hinweise auf strafrechtliche Verantwortung vor, müssen die mutmaßlich Verantwortlichen in fairen Gerichtsverfahren zur Rechenschaft gezogen werden. Die Behörden müssen zudem sicherstellen, dass seine Familie Zugang zu Gerechtigkeit und wirksamen Rechtsmitteln erhält.

Die Behörden behaupten, die in Kabulonga festgenommenen Personen seien an einem Umsturzplan beteiligt gewesen und bei dem Einsatz seien Waffen militärischen Typs sichergestellt worden. Solche Vorwürfe müssen umfassend und transparent untersucht werden. Unabhängig von diesen Vorwürfen sind die Behörden jedoch weiterhin durch die sambische Verfassung sowie das internationale Menschenrechtsrecht verpflichtet, die Rechte auf Leben, Freiheit und ein faires Verfahren zu gewährleisten.

Amnesty International fordert die Behörden auf, sicherzustellen, dass alle Inhaftierten unverzüglich Zugang zu Rechtsbeiständen, ihren Familien sowie zu erforderlicher medizinischer Versorgung erhalten. Die Inhaftierten müssen umgehend einem unabhängigen und unparteiischen Gericht vorgeführt und über alle gegen sie erhobenen, nach dem Gesetz anerkannten strafrechtlichen Vorwürfe informiert werden. Personen, für deren Inhaftierung keine ausreichenden Beweise für eine nach dem Gesetz strafbare Handlung vorliegen, müssen freigelassen werden.

Die Behörden müssen die willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen von Oppositionsmitgliedern sowie das zunehmende Vorgehen gegen friedliche Meinungsäußerung und abweichende Ansichten unverzüglich beenden. Darüber hinaus müssen sie sicherstellen, dass die Familie von Mutotwe Kafwaya umfassend über die Umstände seines Todes informiert wird.“

Hintergrund

Im Vorfeld und im Anschluss an die sambischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vom 13. August 2026 nahmen die Behörden eine Reihe von Personen fest, darunter Oppositionsmitglieder, Wahlkampfverantwortliche, Künstlerinnen, Medienschaffende sowie Unterstützerinnen der oppositionellen National Revolutionary Party–United Party (NRPUP).

Am 14. August durchsuchten Sicherheitskräfte ein Anwesen in Kabulonga, Lusaka, das mit dem oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Brian Mundubile in Verbindung gebracht wird. Während des Einsatzes wurden die führenden Oppositionsmitglieder der NRPUP George Chisanga, Bischof Trevor Mwamba und Patrick Mwansa festgenommen. Der ehemalige Kabinettsminister Mutotwe Kafwaya wurde Berichten zufolge dabei tödlich verletzt.

Seine Familie erhielt bis zum 19. August keine Informationen über seinen Zustand oder seinen Aufenthaltsort.

22. August 2026