Am 5. September wurde Kananelo Boloetse, Journalist und Menschenrechtsverteidiger, aus seinem Zuhause in Maseru, der Hauptstadt von Lesotho, entführt. Er wurde zu seiner journalistischen Tätigkeit und seinem menschenrechtlichen Engagement verhört, misshandelt und mit dem Tod bedroht. Schwer verletzt wurde er anschließend 24 Kilometer entfernt ausgesetzt.
Die Behörden von Lesotho müssen unverzüglich die Sicherheit von Kananelo Boloetse gewährleisten, eine umgehende, gründliche, unabhängige und unparteiische Untersuchung durchführen und sicherstellen, dass alle Personen, die mutmaßlich strafrechtlich verantwortlich sind, in fairen Verfahren zur Rechenschaft gezogen werden.
Es gibt von amnesty international eine Urgent Action, auf Englisch hier zu finden. Die Kogruppe hat auch einen Musterbrief erstellt. Bitte schreibt bis spätestens 10. März 2027.
E-Mail: contact.centre@gov.ls
X: @LesothoPR
ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN
Kananelo Boloetse ist Journalist, Menschenrechtsverteidiger und ehemaliger Vorsitzender von MISA Lesotho, einer regionalen Organisation für Medienfreiheit, die sich für Meinungsfreiheit, Medienfreiheit, den Zugang zu Informationen und die Sicherheit von Journalist*innen im südlichen Afrika einsetzt. Darüber hinaus arbeitet er mit Section 2 Advocates for the Supremacy of the Constitution zusammen, einer zivilgesellschaftlichen Organisation, die sich für verfassungsmäßige Demokratie, Meinungsfreiheit und den Schutz des zivilgesellschaftlichen Raums engagiert.
Nach dem Angriff wurde Kananelo Boloetse im Krankenhaus behandelt und anschließend entlassen. Das Medienunternehmen Newsday Media berichtete, dass ein silberfarbener Toyota Starlet in den Stunden vor seiner Entführung wiederholt durch seine Straße gefahren sei und gegenüber seinem Wohnhaus angehalten habe. Dies nährt den Verdacht, dass er möglicherweise überwacht wurde. Die Identität der Fahrzeuginsass*innen und mögliche Verbindungen sind bislang unbekannt.
Der Fall von Kananelo Boloetse steht im Zusammenhang mit weitergehenden Menschenrechtsbedenken in Lesotho, insbesondere hinsichtlich Folter und anderer Misshandlungen, des rechtswidrigen Gewalteinsatzes sowie mangelnder Rechenschaftspflicht für Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte. Im Rahmen der Allgemeinen Regelmäßigen Überprüfung (Universal Periodic Review) im Jahr 2025 akzeptierte Lesotho Empfehlungen zur Verhinderung von Folter und anderen Misshandlungen, zur Rechenschaftspflicht für Übergriffe durch Sicherheitskräfte sowie zum Schutz der Meinungsfreiheit und von Journalist*innen. Amnesty International hat die Behörden zudem aufgefordert, Vorwürfe von Folter, anderen Misshandlungen und rechtswidrigen Tötungen im Zusammenhang mit der Polizei und den Lesotho Defence Forces zu untersuchen und die unabhängige Kontrolle des Sicherheitssektors zu stärken.